Digitaler Produktpass: Ab wann ist er Pflicht?
Zeitplan, betroffene Produkte und Vorbereitungsstrategien
Der Digitale Produktpass (DPP) kommt - aber wann genau? Diese Frage beschäftigt Tausende Unternehmen in ganz Europa. Die Antwort hängt von Ihrer Produktkategorie ab, aber eines ist sicher: Die Vorbereitung sollte jetzt beginnen, nicht wenn die Vorschriften in Kraft treten.
Der rechtliche Rahmen: ESPR
Die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) ist die Grundlage für DPP-Anforderungen. 2024 verabschiedet, ersetzt sie die bisherige Ökodesign-Richtlinie und erweitert deren Anwendungsbereich erheblich. Unter der ESPR wird die Europäische Kommission delegierte Rechtsakte erlassen, die DPP-Anforderungen für verschiedene Produktkategorien festlegen.
DPP-Zeitplan nach Produktkategorie
Vollständige Batteriepass-Anforderungen inkl. CO2-Fußabdruck, Recyclinganteil und Sorgfaltspflichten. CO2-Fußabdruck-Erklärungen bereits ab Februar 2025 erforderlich.
Erwartete DPP-Anforderungen inkl. CO2-Fußabdruck-Daten und Recyclinganteil-Erklärungen.
Materialzusammensetzung, Langlebigkeitsinformationen und Recyclingfähigkeitsdaten für Textilprodukte erforderlich.
Reparierbarkeits-Scores, Ersatzteilverfügbarkeit und Recyclingfähigkeitsinformationen für elektronische Geräte.
Umweltleistungsdaten und Lebenszykusinformationen für Baumaterialien.
Wichtig: Batteriepass bereits in Kraft
Die Batterieverordnung ist von der ESPR getrennt und hat frühere Fristen. CO2-Fußabdruck-Erklärungen sind ab Februar 2025 erforderlich. Unternehmen in der Batterie-Wertschöpfungskette sollten bereits Lösungen implementieren.
Was muss der DPP enthalten?
Die spezifischen Anforderungen variieren nach Produktkategorie, aber gemeinsame Elemente umfassen: eindeutige Produktkennung, Herstellerinformationen, Materialzusammensetzung, Nachhaltigkeitsdaten (CO2-Fußabdruck, Recyclingfähigkeit), Reparatur- und Wartungsanweisungen sowie End-of-Life-Informationen. Daten müssen über standardisierte Datenträger (QR-Code, NFC, RFID) zugänglich sein.
Kern-DPP-Datenanforderungen
- Eindeutige Produktkennung verknüpft mit Datenträger
- Hersteller- und Lieferketten-Informationen
- Materialzusammensetzung und besorgniserregende Stoffe
- CO2-Fußabdruck-Daten (wo anwendbar)
- Langlebigkeits- und Reparierbarkeits-Informationen
- Recycling- und Entsorgungsanweisungen
- Konformitätserklärungen und Zertifikate
Wer ist betroffen?
Jedes Unternehmen, das Produkte in betroffenen Kategorien auf dem EU-Markt platziert, muss compliant sein - unabhängig davon, wo Produkte hergestellt werden. Dies umfasst Hersteller, Importeure und in einigen Fällen Händler. Die gesamte Lieferkette muss Daten beitragen.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich einen DPP für Produkte, die bereits auf dem Markt sind?
Generell nein - DPP-Anforderungen gelten für Produkte, die nach dem jeweiligen Stichtag neu auf den Markt gebracht werden.
Was passiert, wenn ich nicht compliant bin?
Nicht-Compliance kann dazu führen, dass Produkte vom EU-Markt ausgeschlossen werden, erhebliche Bußgelder und Reputationsschäden.
Kann ich meine bestehenden ERP/PLM-Daten verwenden?
Bestehende Daten sind ein Ausgangspunkt, müssen aber typischerweise standardisiert, validiert und für DPP-Anforderungen ergänzt werden.

Hilfe bei der DPP-Vorbereitung?
Lassen Sie uns Ihre spezifische Situation besprechen und eine praktische Roadmap für DPP-Compliance erstellen.
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