Welche Kennungsebene ESPR und Batteriepass verlangen
ESPR Artikel 10 verbindet den Datenträger mit einer persistenten eindeutigen Produktkennung. Ob Produktpassdaten auf Modell-, Chargen- oder Einzelstückebene geführt werden, bestimmt der delegierte Rechtsakt für die jeweilige Produktgruppe.
Die Batterieverordnung 2023/1542 geht weiter: Für LMT-Batterien, Elektrofahrzeugbatterien und Industriebatterien mit mehr als 2 kWh Kapazität ist ab 18. Februar 2027 ein Batteriepass mit eindeutiger Batteriekennung erforderlich. Der QR-Code auf der Batterie führt — je nach Zugangsrolle — zu den Datenkategorien aus Artikel 77 und Anhang XIII.
Was Serien- und Chargendaten leisten
Seriennummern und Chargen sind operativ wichtig für Rückrufe, Service, Qualitätsprüfung, Ersatzteile und Second-Life-Prozesse. Im DPP-Kontext werden sie zur Brücke zwischen Produktidentität, Nachweis und Lebenszyklus.
- Modellbezug: Gemeinsame Passdaten für alle Einheiten eines Produktmodells oder einer Variante — möglich, wenn der delegierte Rechtsakt diese Ebene vorsieht.
- Chargenbezug: Material-, Lieferanten- oder Produktionsinformationen für eine Fertigungsgruppe — relevant für Qualitätssicherung und Rückrufe.
- Einzelbezug: Seriennummer, Serviceereignisse, Zustand und individuelle Dokumente — für betroffene Batteriekategorien ab 18. Februar 2027 über den Batteriepass relevant.
- EPCIS-Ereignisse: GS1 EPCIS 2.0 beschreibt Lifecycle-Events (Produktion, Versand, Prüfung, Recycling) mit GS1-Kennungen — maschinenlesbar und passkompatibel.
Keine Insellösung für Rückverfolgbarkeit
Nulara ersetzt kein MES, WMS oder ERP. Die Plattform strukturiert die Compliance- und Produktpasssicht auf Serien- und Chargendaten und kann operative Systeme als Quelle einbinden.
Dadurch entstehen crawlbare und maschinenlesbare Entitäten, die zwischen Produktpass, Nachweis, QR-Zugriff und internen Workflows konsistent bleiben — auf der Kennungsebene, die der delegierte Rechtsakt für die jeweilige Produktgruppe vorschreibt.
Quellen und nächste Schritte
Kennungs- und Datenträgerstandards sind die technische Grundlage für Seriennummern, Chargen und Produktpass-Zugriff.
Weiter in Nulara lesen
- GTIN - Globale Artikelnummern als stabile Produktidentität.
- GS1 Digital Link - Webfähige Verbindung zwischen Kennung und Produktinformation.
- Batteriepass - Unique Battery Identifier, Datenfelder und Fristtermin 18. Februar 2027.
Primärquellen
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/1781, Artikel 9-11 und Anhang III - Rechtsgrundlage für Produktpassdaten, Datenträger, eindeutige Produktkennung, Granularität, Zugriff und offene Daten.
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/1542, Artikel 77 - Batteriepass-Pflicht ab 18. Februar 2027, Unique Battery Identifier und Anhang-XIII-Datenkategorien.
- GS1 Global Traceability Standard - Einordnung von Modell-, Chargen-/Los- und Seriennummernbezug in Rückverfolgbarkeitsprozessen.
- GS1 EPCIS and CBV 2.0 - Ereignisstandard für was, wann, wo, warum und wie in Lieferkettenprozessen.
Häufige Fragen
- Muss jeder Produktpass auf Seriennummernebene geführt werden?
- Das hängt von Produktgruppe und delegiertem Rechtsakt ab. ESPR erlaubt Modell-, Chargen- oder Einzelstückbezug. Für Batterien schreibt die Batterieverordnung ab 18. Februar 2027 den Unique Battery Identifier auf Einzelstückebene vor.
- Was ist der Unique Battery Identifier und ab wann ist er Pflicht?
- Die eindeutige Batteriekennung verknüpft den QR-Code auf jeder betroffenen LMT-, Elektrofahrzeug- oder Industriebatterie mit den Batteriepassdaten aus Artikel 77 und Anhang XIII. Pflichttermin für diese Kategorien: 18. Februar 2027.
- Kann Nulara bestehende Seriennummern aus ERP oder Produktion nutzen?
- Ja. Nulara ist als Compliance- und Produktpassschicht konzipiert und kann bestehende Kennungen aus operativen Systemen referenzieren und in den Produktpass einbinden.
