Was ist 2026 unter der ESPR wichtig?
2026 ist das Jahr, in dem die ESPR von Strategie in Umsetzung übergeht. Die EU-Kommission hat am 9. Februar 2026 delegierte und Durchführungsakte zum Vernichtungsverbot unverkaufter Kleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe angenommen.
Wichtig ist die Trennung zwischen Rahmenrecht und konkreter Pflicht: Die ESPR ist bereits in Kraft, aber ein Produktpass wird für einzelne Produktgruppen erst verbindlich, wenn der jeweilige delegierte Rechtsakt die Anforderungen, Datenfelder und Übergangsfristen festlegt.
Welche Produktgruppen stehen zuerst im Fokus?
Der ESPR Working Plan 2025-2030 priorisiert Produktgruppen mit hoher Umweltwirkung und hohem Kreislaufpotenzial. Dazu gehören Eisen und Stahl, Aluminium, Textilien und Bekleidung, Möbel, Reifen und Matratzen.
Diese Reihenfolge ist kein finales Pflichtdatum für jedes einzelne Produkt, aber ein starkes Planungssignal. Wer in einer dieser Gruppen verkauft, sollte Stammdaten, Materialnachweise, Lieferanteninformationen und Umweltkennzahlen nicht bis zum Rechtsakt liegen lassen.
- Metalle: Eisen, Stahl und Aluminium als vorgelagerte Schlüsselmaterialien.
- Konsumgüter: Textilien, Bekleidung, Möbel, Reifen und Matratzen.
- Horizontale Maßnahmen: Reparierbarkeit sowie Recyclingfähigkeit und Recyclinganteile für Elektro- und Elektronikprodukte.
Was passiert 2027?
2027 ist besonders relevant, weil der Batteriepass ab 18. Februar 2027 für LMT-Batterien, Industriebatterien über 2 kWh und Elektrofahrzeugbatterien verpflichtend wird. Diese Pflicht stammt aus der EU-Batterieverordnung, nicht aus einem ESPR-Delegierten Rechtsakt.
Parallel wird die ESPR-Umsetzung für erste priorisierte Produktgruppen konkretisiert. Für Hersteller ist das operative Muster gleich: eindeutige Identifikation, QR-Code oder Datenträger, maschinenlesbare Daten, Zugriffsrechte und prüfbare Aktualität.
Wie sollten Unternehmen die Jahre 2028-2030 planen?
Von 2028 bis 2030 wird die ESPR breiter in Produktgruppen übersetzt. Unternehmen sollten deshalb nicht nur eine einzelne Pilot-SKU vorbereiten, sondern ein wiederholbares Datenmodell für Produktfamilien, Varianten, Lieferanten und Nachweise aufbauen.
Die wichtigste Entscheidung ist organisatorisch: Wer besitzt welche Daten, wer darf sie ändern, wie wird jede Änderung freigegeben und wie bleibt der Produktpass über die Lebensdauer des Produkts verfügbar? Ohne diese Governance wird die technische Veröffentlichung fragil.
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Quellen
