ESPR 2027: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Der Digitale Produktpass wird Pflicht - sind Sie vorbereitet?
Die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) wird grundlegend verändern, wie Produkte in der EU auf den Markt gebracht werden. Ab 2027 benötigen die ersten Produktkategorien einen Digitalen Produktpass. Für viele Unternehmen stellen sich dringende Fragen zur Vorbereitung, Investition und Umsetzung.
Was ist die ESPR?
Die ESPR ersetzt die bisherige Ökodesign-Richtlinie und erweitert deren Anwendungsbereich weit über energieverbrauchende Produkte hinaus. Die Verordnung schafft einen Rahmen für produktspezifische Anforderungen an Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit, Energieeffizienz und das Vorhandensein besorgniserregender Stoffe. Im Zentrum der ESPR steht der Digitale Produktpass (DPP) - ein digitaler Datenträger mit umfassenden Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus.
2027
Erste DPP-Anforderungen
30+
Betroffene Produktkategorien
Mio. €
Mögliche Strafen
Zeitplan: Was kommt wann?
Die Kommission wird delegierte Rechtsakte erlassen, die Anforderungen für verschiedene Produktkategorien festlegen. Batterien waren die erste Priorität (Batterieverordnung bereits in Kraft). Textilien, Elektronik und Bauprodukte folgen als nächstes. Unternehmen sollten nicht warten, bis ihre spezifische Produktkategorie reguliert wird - die Vorbereitung braucht Zeit.
Kernanforderungen des DPP
- Eindeutige Produktkennung verknüpft mit Datenträger (QR-Code, RFID, NFC)
- Produktzusammensetzung und Materialinformationen
- CO2-Fußabdruck-Daten wo anwendbar
- Reparatur- und Recyclinganweisungen
- Konformitätserklärungen und Zertifikate
- Lieferketten-Rückverfolgbarkeitsinformationen
Nicht abwarten
Unternehmen, die jetzt mit der Vorbereitung beginnen, werden einen erheblichen Wettbewerbsvorteil haben. Das nachträgliche Anpassen bestehender Produkte und Prozesse ist deutlich teurer als der Aufbau DPP-fähiger Systeme von Anfang an.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Beginnen Sie mit einem Daten-Audit: Verstehen Sie, wo Ihre Produktdaten liegen, wie vollständig sie sind und welche Lücken bestehen. Evaluieren Sie dann Technologielösungen, die bei der automatisierten Datenerfassung und Standardisierung helfen können. Der Aufbau interner Kompetenzen ist ebenso wichtig - DPP ist kein reines IT-Projekt, sondern erfordert die Zusammenarbeit von Qualität, Nachhaltigkeit und Produktmanagement.
